Finanzkennzahl Cash Flow

Die Finanzkennzahl Cash Flow ist eine wichtige Kennzahl für die Einschätzung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Definition Cash Flow

Unter der Finanzkennzahl Cash Flow versteht man die Differenz von einnahmewirksamen Erträgen und ausgabewirksamen Aufwendungen, die für Investitionen, Dividendenzahlungen und Schuldentilgungen verfügbar ist. 

Den Cash Flow kann man direkt und indirekt ermitteln. Bei der direkten Methode werden alle einnahmewirksamen Erträge und ausgabewirksamen Aufwendungen erfaßt und daraus die Differenz gebildet. Diese Methode ist zwar bei kleineren Unternehmen durchführbar, jedoch bei großen Unternehmen bzw. Konzernen sehr schwierig umsetzbar, da der Aufwand (Kosten und Zeit) zur Erfassung dieser Posten sehr hoch ist. Aus diesem Grund berechnen die Großunternehmen den Cash Flow über die indirekte Methode. Hierbei wird der Jahresüberschuß um alle nicht zahlungswirksamen Vorgänge bereinigt, so daß am Ende alle zahlungswirksamen Vorgänge stehen bleiben

Die direkte Methode zur Berechnung des Cash Flow

Bei der direkten Methode zur Berechnung des Cash Flow werden die zahlungswirksamen Erträge und zahlungswirksamen Aufwendungen erfasst.Wenn man die Aufwendungen von den Erträgen abzieht bekommt man den Cash Flow im weiteren Sinne. Nach dem Abzug des Nettoumlaufvermögens hat man den Cash Flow im engeren Sinn berechnet.

 

zahlungswirksame Erträge

 - zahlungswirksame Aufwendungen
 = Cash Flow (i.w.S.)

 - Änderung des Nettoumlaufvermögens
 = Cash Flow (i.e.S.)


Die indirekte Methode zur Berechnung des Cash Flow 26



Jahresüberschuß

+

Abschreibungen (- Zuschreibungen) auf Gegenstände des Anlagevermögens (AV)

+

Zunahme (- Abnahme) der Rückstellungen

+

sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen

-

sonstige zahlungsunwirksame Erträge

-

Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des AV

-

Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer kurzfristiger Aktiva

+

Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie anderer kurzfris­tiger Passiva

=


Cash Flow aus operativen Geschäft (OCF)




Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des AV

-

Auszahlungen für Investitionen in das AV

=


Cash Flow aus Investitionstätigkeiten (ICF)




Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen und Zuschüssen der Gesellschafter

+

Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und aus der Aufnahme von Krediten

-

Auszahlungen an Gesellschafter (Dividenten)

-

Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Krediten

=


Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (FiCF)




Operativer Cash Flow + Investitions Cash Flow = Free Cash Flow (OCF + ICF = FCF)




Dieser frei zur Verfügung stehende Cash Flow (FCF) wird zur Berechnung des Shareholder Value herangezogen.

26 Vgl.: Coenenberg, A. G. (1996) Kapitalflußrechnung nach indirekter Methode nach HfA 1/1995

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