Finanzkennzahl Umsatz (Definition)

Definition Umsatz internes Rechnungswesen Controlling

Abbildung: Definition Umsatz im internen Rechnungswesen / Controlling [Folie als pdf-Dokument downloaden]


Definition Umsatz bzw. Bruttoumsatz (Umsatz Brutto)

Umsatz ist eine Kennzahl aus dem internen Rechnungswesen und somit eine wichtige Kennzahl zur Steuerung des Unternehmens. Die äquivalente Kennzahl im externen Rechnungswesen ist der Erlös. D.h. man darf davon ausgehen, dass alle Erlöse aus dem externen Rechnungswesen steuerungsrelevant sind und im Umsatz des internen Rechnungswesen abgebildet werden. Der Erlös sollte somit im Normalfall eine Teilmenge vom Umsatz sein, muss aber nicht!

Die Steuerung des Umsatzes in Unternehmen unterliegt vielen Erfolgsfaktoren. Damit der Umsatz effizient und effektiv gesteuert werden kann, müssen die Erfolgsfaktoren transparent gemacht werden. Auch wenn in der Praxis nicht alle hier beschriebenen Erfolgsfaktoren für alle Unternehmen relevant sind, sind doch die ein oder anderen Erfolgsfaktoren auch für Ihr Unternehmen relevant. Alle Spezialfälle können durch BI-Wiki allerdings nicht abgedeckt werden.

Umsatz (Umsatz Brutto) ist die monetär bewertete Menge an abgesetzten (verkauften) Produkten und entsteht in der einfachsten Form durch Rechnungsstellung eines Produktes mit dem Listenpreis (Menge x Preis). Daraus lassen sich die zwei einfachsten Erfolgsfaktoren identifizieren:


  • Anzahl verkaufte Produkte (Absatz)
  • Produktpreis (Listenpreis, Aktionspreis, ...)

In der Praxis tritt diese einfache Form der Umsatzberechnung mit Menge x Preis nicht so häufig auf. Unternehmen verkaufen häufig einzelne Produkte in Form von Bundles (mehrere Produkte zu einem neuen Produkt zusammengefasst), variieren die Zahlungsform (Einmalzahlung, monatliche Zahlung, nutzungsabhängige Zahlung) und vergeben Erlösschmälerungen (Rabatte und Gutschriften).

Produktkategorisierung

Produkte kann man als Einzelprodukte aber auch in zusammengestzten Produkten (Bundle) verkaufen.
Beispiel: Beim Autokauf ist dies allen sehr transparent, da man heute kaum noch ein Auto von der Stange kaufen kann, sondern immer noch über Sonderausstattungen nachdenken muss und viele Zusatzprodukte auswählen muss.

Somit kommen wir auf eine Kategorisierung und somit Erfolgsfaktoren des Umsatzes:
  • Einzelprodukt
  • zusammengesetztes Produkt (Bundle-Produkt) aus Einzelprodukten
Des weiteren unterscheidet man die Produkte inwieweit sie einmal (z.B. Kleidungsstückim Einzelhandel verkaufen), wiederkehrend (z.B. Dienstleistungen anbieten) oder nur bei Bedarf (z.B. Nutzung von Produkten, z.B. Inhalte im Internet) zur Verfügung gestellt/verkauft werden.

Beispiel Stromanbieter: Es werden unterschiedliche Kategorisierungen der Produkte in Rechnung gestellt, die Bereitstellung des Grundservice (Stromlieferung, Stromanschluss), die Installation des Stromzählers aber auch noch zusätzlich die Nutzung bzw. den Verbrauch des Stroms.

Somit werden die Produkte auch noch nach folgenden Erfolgsfaktoren unterschieden:
  • einmaliger zeitpunktbezogene Produktverkauf (z.B. Installation des Stromzählers, Kauf eines Kleidungsstück)
  • wiederkehrende zeitraumbezogener Produktverkauf (z.B. regelmäßig wiederkehrender Dienstleistungen, wie monatliche Reinigung)
  • nutzungsabhängiger zeitpunktbezogener Produktverkauf (z.B. Stromverbrauch, Klick im Internet, Telefonat, Datennutzung im Internet)

Kategorisierung der Umsatzberechnung (Zahlungsform)

Neben dieser Kategorisierung der Produkte kann auch noch einmal zusätzlich die Umsatzberechnung kategorisiert werden. Somit unterscheidet man nach folgenden Kategorisierungen bei der Umsatzberechnung / Zahlungsform:
  • Einmalumsatz (einmalige Zahlung)
  • regelmäßig wiederkehrende Umsätze (z.B. Grundgebühren)
  • nutzungsabhängige Umsätze
    • Nutzungseinzelumsätze (z.B. Abrechnung pro Klick, pro Minute Telefonat)
    • Umsatz aus Nutzungsbudget (ein bestimmtes Budget, Kontingent steht zur Verfügung innerhalb dessen keine nutzungsunabhängigen Entgelte berechnet werden) 
    • Umsatz aus Nutzungsflat (wird als nutzungsunabhängiger Umsatz abgebildet

Erst die Kombination aus Produktkategorie und Umsatzberechnung führt zur Rechnungsschreibung und darauf folgend zum Umsatz.

Nettoumsatz (Brottoumsatz abzüglich Erlösschmälerungen)

Auf den Bruttoumatz kann man noch Erlösschmälerungen vergeben. Der Umsatz nach Abzug von Erlösschmälerung wird Nettoumsatz genannt. Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Erlösschmälerungen:

 
  • Erlösminderungen, die sofort wirksam werden (z.B. Rabatte)
  • Erlösberichtigungen, die nachträglich erlösschmälernd wirken (z.B. Skonto, Boni)
  • Erlöskorrekturen, die nachträglich wirksam werden (z.B. Gutschriften aufgrund Reklamationen)

Diese Erlösschmälerungen werden in den zugehörigen Unterkapiteln weiter detailliert

Zusätzlich werden auf den Nettoumsatz die Steuern abgezogen. Die Steuerbehandlung wird von BI-Wiki nicht weiter detailliert. Hierzu sollten Sie sich mit einem Steuersachverständigen abstimmen.

Umsatz net und Umsatz net/net

Wie man aus dem oberen Kapitel erkennen können, wird aus dem Bruttoumsatz zweimal ein Nettoumsatz berechnet:
  1. Bruttoumsatz abzüglich Erlösschmälerung = Nettoumsatz
  2. Bruttosatz abzüglich Steuern = Nettoumsatz

Damit man die unterschiedlichen Kennzahlen eindeutig unterscheiden kann sollte man die Namensgebung eindeutig gestalten. Ein Vorschlag wäre die Kennzahlen wie folgt zu nennen:

  • Umsatz net (Umsatz Brutto abzüglich Erlösschmälerung)
  • Umsatz net/net (Umsatz net abzüglich Steuern)


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