Die einheitliche Business Intelligence Vertriebsdimension

Die ganzheitliche Vertriebssicht

Für den Verkauf der Produkte müssen Sie einen Vertrieb haben, entweder verkaufen Sie die Produkte in einem Geschäft, über das Internet oder über sonstige Vertriebskanäle. Um den Erfolg unterschiedlicher Vertriebskanäle messen zu können, muss eine Vertriebskanal-ID bei jedem Produktverkauf erfasst werden. Die verschiedenen Vertriebskanäle müssen in den transaktionsorientierten Systemen strukturiert und dann in der BI (Business Intelligence) in eine Dimension abgebildet werden.

Für eine Auswertung von relevanten Steuerungskennzahlen in der BI (Business Intelligence) ist eine Sicht auf die besten und schlechtesten Vertriebskanäle wichtig. Deswegen hinterlegen Sie Metadaten in den transaktionsorientierten Systemen, um welchen Vertriebskanal es sicht handelt. Entweder Sie hinterlegen diese Information in jedem Vertriebskanal oder aber hinterlegen diese Information im Vertriebspartnerabrechnungssystem. Hintergrund hierfür ist, dass sie so oder so diese Informationen für die Abrechnung systemtechnsich speichern müssern. Haben Sie extrem große Vertreibsstrukturen sollten Sie gegebenenfalls Abrechnungssystem und Vertriebspartneradministrationssystem trennen. Da Sie gegebenenfalls die eigenen firmeninternen Vertriebskanäle nicht abrechnen, müssen Sie hierfür Dummy-Werte hinterlegen.

Strukturierung des Vertrieb

Folgende Vertriebskanal-Informationen könnten Sie hier hinterlegen, die für die Steuerung relevant sein könnte.

  • Marktregion: Ausland, Inland
  • Vertriebsmodell: Einzelhandel Shop, Einzelhandel Web, Großhandel
  • Vertriebskategorisierung: Interner Vertrieb, Externer Vertrieb

Anhand solcher zusätzlicher Strukturierungsinformationen kann eine Vertriebsdimension aufgebaut werden. Bei Großunternehmen werden noch viele weitere Strukturierungsmerkmale erfaßt um die Steuerung effektiv zu gestalten.

Beispiel Vertriebsstruktur und Metdaten

Folgendes Beispiel verdeutlicht die Methode: Sie haben ein Produkt welches Sie über folgende Vertriebskanäle vertreiben:

  • ebay-Shop
  • amazon-Shop
  • Shoppingsystem auf der eigenen Webseite
  • eigener Laden im Wohnhaus
  • am Kiosk um die Ecke
  • ein Großhändler
  • ein Vertriebspartner im Ausland

Bei jedem Verkauf von Produkten erfassen Sie folgende Information:

  • verkauftes Produkt,
  • Vertriebskanal

In Summe sieht das Ergebnis z.B. wie folgt aus:

 Produkt ID
Vertriebskanal_ID
Anzahl verkaufte Produkte
 P_12 V_1 10
 P_13 V_1 14
 P_12 V_6 20
 P_1 V_1 5
 P_4 V_2 12
 P_12 V_3 23
 P_12 V_5 25
 P_13 V_1 4

In Ihrem Vertriebspartnerabrechnungssystem oder Vertriebspartneradministrationssystem hinterlegen Sie folgende Informationen.

 Vertriebskanal_ID VertriebskanalAdresse
Vorsteuer
Ausland
Vertriebsmodell Vertriebskategorisierung
 V_1ebay-Shop ... ja nein Einzelhandel extern
 V_2amazon-Shop ... ja nein Einzelhandel intern
 V_3Shoppingsystem auf der eigenen Webseite ... ja nein Einzelhandel intern
 V_4am Kiosk um die Ecke ... ja nein Einzelhandel extern
 V_5Großhändler ... nein nein Großhandel extern
 V_6Vertriebspartner im Ausland ... nein ja Großhandel extern
 V_7eigener Laden im Wohnhaus ... ja nein Einzelhandel intern
 V_8...
     

Die Vertriebsdimensionen in der BI (Business Intelligence)


Die drei Kategorien, die hier zusätzlich im Vertriebspartnerabrechnungssystem oder Vertriebspartneradministrationssystem hinterlegt werden, könnten anhand der Informationen die zur Abrechnung standardmäßig hinterlegt werden abgeleitet werden. Beispiel: Ob der Vertriebskanal im Ausland oder Inland sitzt kann man an der Adresse ableiten. Die Vertriebskategorisierung intern / extern kann man daran ableiten, ob eine Rechnung geschrieben werden muss oder nicht. Inwieweit es sich um Einztelhandel oder Großhandel handelt, kann man anhand der Steuerinformationen ableiten. Anhand der Beispiele kann man erkennen, dass man mit wenig Aufwand zusätzliche BI-relevante Metdaten in transaktionsorientierten Systemen herleiten und speichern kann. Der Vorteil hierbei liegt darin, dass man nicht Adressdaten und Steuerinformationen in die BI (Business Intelligence) laden muss, sondern nur die relevanten Metdadaten. Somit umgeht man auch unnötige Datenschutzauflagen für die Speicherung von nicht benötigten personenbezogenen Adressdaten in den BI-Systemen. Ein weiterer Vorteil der Pflege der Metadaten im transaktionsorientierten System (OLTP-System) ist, dass eine Überleitbarkeit der Sicht der BI (OLAP-System) auf die Quellsysteme möglich ist und somit Mißinterpretationen aufgrund unterschiedlicher Datenmodelle zwischen OLTP- und OLAP-System ausgeschlossen werden.

Beispiel für die Vertriebsdimension in der BI:


 Vertriebskanal_ID VertriebskanalAusland
Vertriebsmodell Vertriebskategorisierung
 V_1ebay-Shop nein Einzelhandel extern
 V_2amazon-Shop nein Einzelhandel intern
 V_3Shoppingsystem auf der eigenen Webseite nein Einzelhandel intern
 V_4am Kiosk um die Ecke nein Einzelhandel extern
 V_5Großhändler nein Großhandel extern
 V_6Vertriebspartner im Ausland ja Großhandel extern
 V_7eigener Laden im Wohnhaus nein Einzelhandel intern
 V_8...
   

Wenn man nun die Faktendaten mit dieser Vertriebsdimension in den BI-Systemen über die Vertriebskanal_ID zusammenführt kann man den Erfolg der Vertriebskanäle einfach auswerten.


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