7+2 BI-Enabler Methode

BI Governance mit BI Enablern und hoch flexiblen Business Intelligence Lösungen


Die eigens entwickelte BI Governance Methode (7+2 BI-Enabler) zielt auf eine einfache Strukturierung der BI-Welt aus. Eine Ausrichtung der Business Intelligence an Strukturen auf Basis von Fachlichkeiten unterstützt die BI Governance nicht in die BI Komplexitätsfall zu geraten. 7+2 (ABUK-KPV-PO) bezeichnet die verschiedenen Datenmaster die es in nahezu allen Unternehmen in stärkerer oder schwächeren Ausprägung gibt.


BI Governance Methode ABUK-KPV-PO Leipert 2013
Abbildung: 7-2 BI-Enabler Methode (ABUK-KPV-PO) Leipert 2013

Die "7" steht für die notwendigen 7 BI-Enabler (ABUK-KPV). Die "2" (PO) steht für die hochflexiblen Prozess- und Organisationssteuerung-Elemente in der Business Intelligence (BI).

ABUK-KBV Cluster zur Unternehmenssteuerung

Der ABUK-KPV-Cluster ist in jeder Unternehmung weniger oder stark ausgeprägt ist und somit in jedem Unternehmen relevant. Für den ABUK-KPV-Cluster gilt die Empfehlung Enabler zur zentralen Datenbereitstellung für jedes einzelne Element umzusetzen, siehe BI-Enabler.

ABUK - Die Faktendatensicht zur Unternehmenssteuerung

A ... Absatz (Produktabsatz)
B ... Bestand (Kundenbestand)
U ... Umsatz (Unternehmenseinnahmen)
K ... Kosten (Unternehmenskosten)

KPV - Die Dimensionsstruktursicht zum ABUK-Cluster

K ... Kunde
P ... Produkt
V ... Vertrieb

Die sieben BI-Enabler stellen die Unternehmensergebnisse in einer Marktsicht dar. Im Idealfall messen die verschiedenen Unternehmensbereiche den Erfolg nach der gleichen Methodik und den selben Daten. D.h. dass z.B. der Vertriebserfolg dem Unternehmenerfolg entspricht.
Ein Beispiel: Der Vertrieb eines Unternehmens verkauft ein Produkt zum Zeitpunkt x. Der Kunde bekommt das Produkt zum Zeitpunkt y geliefert. Wird der Unternehmenserfolg zum Zeitpunkt y gemessen aber der Vertriebserfolg zum Zeitpunkt x, dann gibt es Konsistenzdiskusionen im Unternehmen welche Zahl die Richtige ist. Es gibt mehrere Lösungen für diese Diskussion:
  1. Entweder alle Bereiche des Unternehmens steuern nach der gleichen Logik.
  2. Der Vergleich der verschiedenen Kennzahlen wird vermieden. Dies ist eine sehr einfache und logische Methode aber in der Praxis nicht realistisch. Fachkräfte / Führungskräfte vergleichen immer alle mögliche Zahlen miteinander und suchen nach logischen Erklärungen für die Unterschiede.
  3. Es wird eine Überleitbarkeit der verschiedenen Meßpunkte hergestellt, z.B. mittels eines Prozessmonitoring, siehe folgendes Kapitel zum Cluster PO.

PO - Die Unternehmensstruktursicht

P ... Prozess
O ... Organisation

Hinsichtlich der Unternehmensstruktursicht empfiehlt diese Methode fachbereichsspezifische Data Marts zu erzeugen, die flexibel den aktuellen Unternehmensgegebenenheiten angepasst werden können. Zu solchen Data Marts gehören z.B.:
  • Revenue Assurance (Monitoring, Optimierung des Rechnungsschreibungsprozess)
  • Produktion (Monitoring von Produktionsstraßen)
  • Kapazitätsmanagement von ressourcen-intensiven Prozessen
  • Call Center Steuerung
  • Vertriebsprozesssteuerung (Kundenbindungsmonitoring, Kundenakquisemonitoring)
  • Supply Chain - Monitoring
  • Human Ressource Steuerung
  • IT Spend / Einkauf
  • usw.
Business Intelligence Lösungen zur Verbesserung von Prozessen und Unternehmensorgansiationsstrukturen sind ständig starken Veränderungen (organisatorische Veränderungen, Prozessanpassungen, z.B. Prozessoptimierungen aufgrund von BI-Erkenntnissen) unterlegen. Diese Business Intelligence Lösungen müssen sehr flexibel anpassbar sein. Diese BI-Lösungen haben auch häufig mehrere Dinge gemeinsam, die nicht unbedingt für den ABUK-KPV-Cluster gelten:
  • Single Source Lösungen (es gibt nur eine Datenquelle)
  • Single User Lösungen (es gibt nur einen Nutzerkreis, z.B. der Prozessverantwortliche)

Somit sind nicht alle Kriterien für einen sinnvollen Einsatz einer stark standardisierten Enterprise-Data Warehouse Architektur gegeben. Die direkte Bewirtschaftung von Daten aus den transaktionalen Quellsystemen in diese Data Marts für Daten die nicht im Enterprise Warehouse verfügbar sind, ist durchaus sinnvoll.

Diese BI-Lösungen müssen gegebenenfalls so stark anpassbar sein, dass sie nur eine tempöräre Existenzberechtigung haben und nach 6 bis 24 Monaten wieder komplett abgeschaltet werden kann. Von einer IT-technischen Integration dieser BI-Lösungen mit den 7-BI-Enablern erscheint nicht sinnvoll und führt geradewegs in die nicht gewollte Komplexitätsfalle. Eine verstärkte fachbereichsspezifische Self-Service-BI hat hier durchaus eine starke Existenzberechtigung.