Wer benötigt BI - Business Intelligence?

Braucht man überhaupt Business Intelligence? Diese oder ähnliche Fragen stellen sich häufig kleine, mittlere und große Unternehmen. Welchen Mehrwert bringt Business Intelligence für ein Unternehmen, bisher ist das Unternehmen auch ohne BI ausgekommen?

Die Aussage 'Bisher ist mein Unternehmen auch ohne BI ausgekommen' ist an sich nicht richtig. Jedes Unternehmen hat eine Business Intelligence. Es stellt sich nur die Frage ob diese Business Intelligence bewußt, strukturiert, elektronisch, nachvollziehbar, zentral, persistent und transparent gemacht wird und schnell verfügbar ist.

Bewußt: Gibt es im Unternhemen explizite Kriterien der Steuerung, z.B. eine Unternehmensstrategie und/oder eine Unternehmenssteuerungsmodell nach dem das Unternehmen ausgericht ist.

Strukturiert: Werden alle Faktoren die auf den Unternehmenserfolg gemäß Strategie und/oder Unternehmensteuerungsmodell einzahlen in eine Struktur gebracht. Unter diesen Strukturen kann man Deckungsbeitragsrechnungen, Center-Strukturen (Profitcenter, Kostcenter, ...) aber auch Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Unternehmenswert-Berechnungen, Cash-Flow-Berechnungen, Balanced Scorecard (BSC), Zielemanagement, Benchmarking usw. verstehen. Unter strukturiert wird auch die methodische Konsistenz zwischen mehreren dieser Teilstrukturen verstanden, falls mehrere dieser Steuerungsinstrumente verwendet werden.

Elektronisch: Das meiste Wissen in den Unternehmen existiert in den Köpfen von Mitarbeitern (insbesondere von Analysten sowohl im Fachbereich als auch in der Informationstechnologie / IT) bzw. in deren Desktopsoftware-Dokumenten (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Mini-Datenbanken, Visualisierungswerkzeugen, usw.) vor. Eine Alternative hierzu sind analytische Informationssysteme, Management Informationssysteme (MIS), Data Warehouse's (DWH's) und Metadatenwerkezeuge. Wer solche Analytischen Informationssysteme nicht für Business Intelligence nutzt, kann aber auch dieses Wissen in transaktionalen Systemen ablegen.

Hierzu zählen Systeme u.a. für
  • Customer Relationship Management (CRM),
  • Partner Relationship Management (PRM),
  • Enterprise Resource Management (ERP),
  • Billing,
  • Dealer Commissioning Systems (DCS),
  • Supply Chain Management (SCM)

Je mehr solcher Systeme im Unternehmen zum Einsatz kommen, desto wichtiger ist der Einsatz von Analytischen Informationssystemen für Business Intelligence.

Nachvollziehbarkeit: Können Sie auch ein paar Jahre in die Vergangenheit schauen und die Unternehmensentwicklung bis zum heutigen Tag argumentieren/nachvollziehen? Um die Zukunft vorauszusagen (planen), muß man die Vergangenheit kennen und auf historisierte Daten zugreifen können.

Zentralisierung: Ist Ihr Wissen über Ihr Unternehmen, insbesondere das Unternehmenssteuerungsmodell für alle notwendigen/relevanten Mitarbeiter zentral verfügbar oder nur lokal für einige Mitarbeiter abrufbar. Beipiele hierfür sind: Information zur Marksteuerung sind sowohl dem Marketing-Controlling in einem Finance-Bereich als auch dem Marketing-Bereich gleichermaßen verfügbar.

Persistenz: Die Business Intelligence wird in Form von Daten / Informationen entweder in analytischen oder transaktionalen Systemen abgespeichert und damit persistent gemacht. Werden die Daten allerdings nur in Emails oder Desktopapplikationen oder gar den Köpfen von Mitarbeitern gelagert, dann kann man nicht von persistenter Speicherung sprechen.

Transparenz: Ist Ihre Business Intelligence auch transparent, d.h. können Mitarbeiter adäquat auf die Daten / Informationen zugreifen, oder ist dies nur eingesränkt möglich? Häufig liegen Informationen persistent nur in mehreren transaktionalen Systemen verteilt vor. Transaktionale Systeme haben häufig nicht die Präsentationstools verfügbar, die für das Reporting oder die Analyse der Business Intelligence notwendig sind. Der Grund hierfür liegt im Verwendungszweck Transaktionen zu verarbeiten (z.B. Aufträge zu speichern, Rechnungen zu schreiben, Beträge zu buchen, Material einzukaufen, usw.) und nicht Unternehmenszusammenhänge (z.B. Umsätze von verkauften Produkten x, an das Kundensegment y ) bereitzustellen. Weiterhin verfügen transaktionalen Systeme häufig nicht über Berechtigungskonzepte und die notwendige Flexibilität kontextbezogen Powerusern der Fachbereiche einen Zugriff auf die Daten / Informationen zu gewähren. Dies ist häufig nur Funktions- und transaktionsbezogen möglich, bzw. alternativ über zu umfangreiche Administratorrechte, die wiederum nicht den Datensicherheits- und Datenschutzanforderungen genügen.

Schnelligkeit / Verfügbarkeit: Wenn Information benötigt werden, dann sind dies häufig Ad-Hoc-Anfragen durch das Management mit hoher Dringlichkeit. In transaktionalen Systemen sind angefragten Informationen häufig nicht in den benötigten Dringlichkeit verfügbar zu machen? Beispiel: Möchte man die Umsatzausfallquote von Neukunden der letzten 6 Monate berichten, liegt die Information bzgl. der Neukunden der letzten 6 Monate in einem CRM sind vor. Der in Rechnung gestellte Umsatz im Billingsystem und der Umsatzausfall (nicht bezahlte Rechnungen) in einem ERP-System (Debitorenmanagement, Forderungsmanagement). Wenn dann noch Systeme mit unterschiedlichen Datenmodellen existieren, kann man die CRM-, Billing und ERP-Daten Ad-Hoc nicht übereinander bringen.

Fazit: Jedes Unternehmen besitzt Business Intelligence. Abhängig davon wie Sie heute schon Business Intelligence in Ihrem Unternehmen leben, müssen Sie in das Thema stärker investieren oder nicht. Wichtig hierbei ist die zentrale und schnelle Verfügbarkeit Ihrer Daten / Informationen (am besten in einem analytischen Informationssystem / AIS mittels Data Warehouse) um die Zusammenhänge der zumeist dezentralen Informationsquellen transparent zu machen. Dies nennt man auch in der BI-Welt Collaboration. Wichtig hierbei sei zu bemerken, dass Business Intelligence keine Integration Ihrer transaktionalen Systeme zum Ziel haben kann. Dies ist eine Aufgabe von EAI (Enterprise Application Integration). Je besser Sie Ihr EAI im Griff haben desto besser und einfacher wird Ihre die Business Intelligence mittels Analytischen Informationssystemen funktionieren. Weitere Informationen zur Integration in der BI finden Sie hier: