Business Layer - Die Geschäftslogik der Business Intelligence


Der Business Intelligence Business Layer ist die wichtigste Ebene in der Architektur der BI und der DWH's (Data Warehouse). Diese Ebene wird auch Businesslogik oder Kennzahlenlayer / Kennzahlenschicht genannt.

Der Business Layer der BI-Architektur beinhaltet die Geschäftslogik der Business Intelligence in Form von Kennzahlen, Key Performance Indicators, Meßgrößen und Dimensionen.
Der Business Layer ist für die Berechnung der Kennzahlen und die Bereitstellung von Dimensionen verantwortlich und somit auch der Single Point of Truth der Business Intelligence.

Es kann nur eine Wahrheit geben
Für alle in einem Unternehmen zu reportenden Kennzahlen und Dimensionen muss das Prinzip des 'Single Point of Truth' gelten. Das bedeutet, dass jede Kennzahl nur an genau einer einzigen Stelle berechnet wird. Alle Dashboards, Kennzahlen Cockpits, Reportingtools (inklussive Management Informationssysteme - MIS), Planungstools und Analysetools müssen auf diesen Single Point of Truth zugreifen. Es muss immer sichergestellt werden, dass insbesondere dezentrale Reportingtools Kennzahlen nicht nach eigener Logik berechnen und dann veröffentlichen.
Diese einzige Wahrheit der Kennzahlen wird im Business Layer des Enterprise Warehouse (Zentrales DWH) berechnet und allen anderen Applikationen (Präsentation Layer, Data Mart Layer, Planungstools, Management Informationssystemen, ...) zur Verfügung gestellt.

Damit dieser Business Layer als Herzstück der Business Intelligence und somit des Unternehmens seiner Wertigkeit gerecht wird, müssen alle Kennzahlen und Dimensionen eindeutig definiert und konzipiert sein. Weiterhin muss die Akzeptanz und Anerkennung als Single Point of Truth im Unternehmen geschaffen werden. Wenn dies nicht sichergestellt ist wird es mehrere unterschiedliche Wahrheiten im Unternehmen geben was zur Steuerungsfähigkeit des Unternehmens nicht positiv beiträgt. Andersherum betrachtet kann man allerdings auch an dieser Business Layer erkennen, wenn bestimmte Unternehmensbereiche mittels verschiedenen Kennzahlen in gegensätzliche Richtungen und somit nicht im Interesse des Unternehmens steuern. Dies wird somit ein Fall für die interne Revision. Was daraus u.a. geschlussfolgert werden kann, ist, dass der Business Layer durchaus auch ein Gegenstand für das interne Risikomanagement sein kann oder gar sein sollte und dass die Unternehmensführung dies durchaus forcieren sollte bzw. muß. Hier sollte/muss ein ureigenstes Interesse der Unternehmensführung bestehen, dass die Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung in nur eine Richtung steuern und nicht in gegensätzliche Richtungen.

Damit dieser Business Layer aus der Rolle 'Strategisches Controlling' bzw. 'BI Governance' optimal aufgestellt wird, gibt es unterschieliche Methoden:
  • Proaktives Kennzahlenmanagement (Kennzahlen LCM - Life Cycle Management)
  • End-to-End (E2E) Metadatenmanagement
  • Konsistenzprüfung der IT bei der Entwicklung / Weiterentwicklung des Business Layers, z.B. durch ein Business Intelligence Competence Center BICC

Für die übergreifende Akzeptanz der Business Intelligence (BI) muss der Business Layer als eine Art Enabler oder Service etabliert werden. D.h. die Veröffentlichung der Kennzahlen in einem neuen Report oder in einem Data Mart bzw. Management Informationssystem (MIS) muss relativ schnell (Ad-Hoc) erfolgen. Für die Definition, Berechnung und Bereitstellung von Kennzahlen muss einmal sehr viel investiert werden. Bei der vielfältigen Nutzung von schon qualitätsgesicherten übergreifend abgestimmten Kennzahlen sollte der Prozess schnell, unbürokratisch und kostengünstig erfolgen. Hier müssen die häufig sehr statischen und an die Theorie angelehnten IT-Softwareentwicklungsprozesse (z.B. Wasserfallmodell) noch einiges lernen.


Kennzahlen ohne Dimensionsbezug


Kennzahlen mit Dimensionsbezug