Die Fachliche BI Methode: Planung

Die Planungsmethode ist eine sehr häufige Methode der Steuerung des Unternehmens. Planen kann man in Theorie und Praxis nahezu alles, hierzu gehören Kennzahlen wie Absatz, Umsatz oder Kosten. Aber auch Ressourcen, Skills oder die Bilanzentwicklung gehören zu den Planungsobjekten. Die Methoden hierfür sind relativ einfach, aber in der Durchführung / Umsetzung doch häufig sehr kompliziert. Der Planungsprozess beinhaltet grob die folgenden Elemente:
  • Ist-Wert-Ermittlung (Standortbestimmung!)
  • Entwicklung der Vergangenheit (Wie bin ich zum aktuellen IST gelangt?)
  • Planung / Forecast
  • Plan-Ist-Vergleich
  • Budgetplanung

Der BI Enabler Planung beinhaltet nur die Phase 'Planung / Forecast'

Forecast, Plandaten berechnen

Die Planung hat zum Ziel einen groben Forecast für die Zukunft zu ermitteln. Die Datenbasis hierfür sind die Vergangenheitsdaten aus dem Unternehmensreporting. Wichtig hierbei ist, dass keine neue Wahrheit geschaffen wird, sondern auf die existierenden Reportingdaten zugegriffen wird. Fehlen bestimmte Daten im Reporting, z.B. Details oder Dimensionen, müssen diese in der Datenbasis für das Reporting eingebaut werden.
Ist der Forecast negativ, möchte die Unternehmensführung derart gegensteuern, dass die negativen Effekte nicht eintreten. d.h. hier geht es um eine nachhaltige vorausschauende Steuerung des Unternehmens.

Achtung: In vielen Unternehmen wird die Planung und die Forecast-Erstellung ein 'Mittel zum Zweck', d.h. es wird ein Forecast erstellt der nicht als Indikator für die Unternehmenssteuerung verwendet wird, sondern als Unternehmenszielwert. Das Unternehmen richtet sich dann an diesem Unternehmenszielwert komplett aus. Treten dann Abweichungen zwischen erreichten Ist-Wert und Forecast auf, wird der Forecast in Frage gestellt. Der Forecast wird dann in eine extreme Schein-Detaillierung weiterentwickelt und auf immer detaillierteren Ebenen erstellt. Dies führt systemmatisch zu Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, aber nicht zu einer besseren Steuerung des Unternehmens.
Beim Forecast unterscheidet man zwischen dem Forecast für das Geschäftsjahr und dem rollierenden Forecast der immer weiter fortgeschrieben wird, d.h. Quartal für Quartal oder aber auch Jahr für Jahr. Je weiter in die Zukunft geplant wird, desto weniger Details sind notwendig. Hier spielen eher externe Faktoren und nicht so stark die internen historischen Unternehmensdaten eine Rolle. Bei den externen Faktoren sind z.B. Markt- und Branchenentwicklungen relevant, aber auch Jahresverlaufskurven und Produktlebenszyklus.
Für die Durchführung der Planung können verschiedene Methoden angewendet werden.

Abhängigkeit / Schnittstellen zu anderen Phasen

Wie bei der Datenbasis für die Planung / Forecast werden für diesen Plan-Ist-Abgleich Ist-Daten benötigt und verwendet. Die Ist-Daten müssen überleitbar zu den offiziellen Reportingdaten sein. Hierfür gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Entweder wird der Plan-Ist-Vergleich im Data Mart und BI Enabler 'Planung' durchgeführt, oder aber die Plandaten werden vom Data Mart zurück in den Business-Layer des Enterprise Data Warehouse (EDWH) gespielt und im Business Layer wird dieser Plan-Ist-Abgleich durchgeführt. Für eine effiziente und effektive BI (Business Intelligence) wird letzteres vorgeschlagen, auch wenn ein solchen Plan-Ist-Vergleich in allen Planungstools technisch möglich wäre. Der Vorteil hierfür liegt in der inhaltlichen Konsistenzsicherstellung aber auch in den Synergien für das Reporting der verschiedenen Fachbereiche. Aus dem Business Layer heraus ist es um ein vielfaches leichter ein konsistentes BI-Reporting allen Fachbereichen zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich sollten auch Kosten für Lizenzen des Planungstool, doppelte Datenhaltung der Ist-Daten im Planungstools usw. beachtet werden.


Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen an den Forecast, Plan-Ist-Vergleich und Budgetplanung ist eine große Interaktivität zwischen Nutzer/Planer und dem Planungstool hinsichtlich Anwendung von Planungsmethoden und deren Parametrisierung gegeben. Aus diesem Grund hat diese BI-Methode einen eigenen Stellenwert in der BI (Business Intelligence). Weiterhin gibt es große Abhängigkeiten zwischen Planung und Reporting hinsichtlich Datenkonsistenz der Ist-Daten und historischen Daten.
Achtung: Wird diese Konsistenz zwischen Reporting und Planung der Ist-Daten nicht hergestellt, kann sowohl eine Fehlsteuerung als auch Mehraufwand durch dezentrale manuelle Überleitungsversuche verschiedener Nutzer führen. Nicht zu verachten ist aber auch das Vertrauen in die Richtigkeit der geplanten Daten (Trusted Data). Dieses Vertrauen geht durch unterschiedliche Wahrheiten (häufig auch Sichten genannt) verloren. Existiert wiederum kein Vertrauen in die Zahlen ist der Prozess ineffektiv und damit als Ganzes auch ineffizient.

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