Die Präsentationsschicht der Business Intelligence

Der Presentation Layer

Über die Präsentationsschicht der Business Intelligence werden die Informationen für die Unternehmenssteuererungslogik aller drei Steuerungsebenen an die Anwender zur Verfügung gestellt. Die Präsentationsschicht ist ein Sammelsurium aus verschiedenen Clients für die im Einsatz befindlichen Analytischen Informationssysteme, Data Warehouse's, Data Marts und Management Informationssystemen (MIS).
Wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu andern Layern der Business Intelligence ist die kategorische Ausklammerung von Berechnungslogiken wie z.B. Kennzahlenberechnungen und von fachlichen Transformationen wie z.B. Anreicherungslogiken.

Im Folgenden werden einige typische Business Intelligence Präsentationstools/Clients genannt und vorgestellt:

MOLAP-Clients

Tools zur Darstellung von Daten mittels Multidimensionalen OLAP werden als multidimensionale Cubes/Würfel bzw. MOLAP-Würfel bezeichnet.
Weitere Details: siehe hier.

ROLAP-Clients

Die ROLAP-Clients sind ähnlich wie MOLAP-Clients multidimensionale Cubes/Würfel. Im Gegensatz zu MOLAP werden die Würfel zur Laufzeit berechnet. Damit dies ausreichend performant geschieht müssen die Daten die im Würfel angezeigt werden sollen, vorher stark aggegiert werden, wenn große Datenmengen eingelesen werden sollen. Hierin liegt auch ein großer Nachteil dieser Technologie. Werden beispielsweise neue Faktendaten geliefert, müssen entweder die Aggregate neu berechnet werden, oder aber mit Delta-Aggregaten gearbeitet werden. Viele Delta-Aggregate führen wiederum zu Performance-Einbußen. Wenn also große Mengen verarbeitet werden müssen und viele Nachlieferungen existiere,n müssen Delta-Mechanismus und Neuberechnung kombinatorisch angewendet werden. Ein ideales Gleichgewicht wird sich nur einstellen, wenn die Rahmenbedingungen immer konstant bleiben. Weiterhin muß man auch festhalten, dass die Optimierung der Mechanismen  sowohl großes technisches als auch großes fachliches Verständnis notwendig ist. Ein solches Know How ist häufig in Unternehmen nur temporär in Projekten verfügbar. Im Regelgeschäft fehlt häufig dieses kombinierte Know How.
Weitere Details: siehe hier.

Standardreporting-Tools

Die meisten Anbieter von Analytischen Informationssystemen bieten zahlreiche Schnittstellen zu Standardreportformaten an. Hierzu zählen Berichtformate wie PDF oder Crystal Reports und Präsentationsformate wie Powerpoint oder Openoffice Impress. Weniger geeignet aber trotzdem häufig im Einsatz sind Tabellenkalkulationsprogramme oder Mini-Datenbanken. Der vermeintliche Vorteil ist auch zugleich der größte Nachteil dieser Tools: In diesen Tools können die Daten weiterverarbeitet und korrigiert bzw. manipuliert werden. Somit kann nicht mehr sichergestellt werden, dass nur eine Wahrheit (Single Point of Truth) kommuniziert wird. Viele Unternehmen investieren viel Aufwand und Zeit in individuelle Reports und noch mehr Aufwand und Zeit um die einzig wahre Zahl in den vielen individuellen Zahlen zu finden. Standardreports sollten zum Selbstschutz keine Korrigier- bzw. Manipulierfunktion enthalten. Sind die Inhalte falsch, dann sollte man nicht an den Wirkungen arbeiten, d.h. die Inhalte in der Report korrigieren, sondern die Ursache beheben, d.h. die Quelldaten im DWH oder in den transaktionalen Vorstemen verbessern. Dies ist ein wichtiger Grundsatz für eine erfolgreiche Business Intelligence (BI).

Dashboard

Ein Dashboard ist ein Präsentationstool bzw. Reportingtool zu mehreren Kennzahlen in einer verdichteten standardisierten Form. Dashboards eigenen sich insbesondere für die Darstellung von Kennzahlen für das Management und sind somit das bevorzugte Präsentationstool für Mangement Infomormation Systems (MIS). Standardisiert bedeutet nicht nur Kennzahlen möglichst unverändert über längere Zeiträume zu reporten um auch Zeitreihen aufbauen zu können, sondern auch die Kennzahlen auf einer Standardoberfläche zu präsentieren, im Gegensatz zu beispielsweise OLAP-Clients bzw. Tabellenkalkulationstools, in denen die Abfragesichten häufig angepasst werden um neue Erkenntnisse zu erlangen.

Web-Client

Die Präsentation der Daten über einen Web-Browser ist eine sehr häufige Präsentationsvariante. Der Vorteil hierbei ist, dass keine zusätzlichen Installationen inkl. Upgrades usw. notwendig sind. Der Nachteil ist, dass diese Tools häufig noch mit einem eingeschränkten Funktionsumfang angeboten werden.


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