OLAP Drill-Through


Drill-Through ist eine OLAP (Online Analytical Processing) - Navigationsfunktionalität mittels derer man technologie-übergreifend in den Daten und Informationen navigieren kann. Dabei springt man mit einer Datenselektion (Dimension und Measures) von einem OLAP-Tool in ein anderes Tool (zumeist OLAP-Tool).

Technologie-übergreifend bedeutet hier z.B.
  • unterschiedliche Datenbanken
    • verschiedene Hersteller 
    • relationale Datenbanken
    • hierarchische Datenbanken
    • multidimensionale Datenbanken
    • usw.
  • ROLAP (Relationales OLAP)
  • MOLAP (Multidimensionales OLAP)
  • HOLAP (Hybrid OLAP)
  • DOLAP (Desktop OLAP
  • Self-Service-BI Tools
  • usw.
Bemerkung: Kernvoraussetzung der technologie-übergreifenden Navigation mittels Drill-Through ist die Standardisierung der Dimensionen. Nur wenn die Dimensionen in den betroffenen Datenhaltungssystemen syntaktisch wie auch semantisch gleich sind, kann OLAP Drill-Through funktionieren.

OLAP Drill-Through Konzeption

Um eine hohe Performance bei den Abfragen in den OLAP-Würfeln zu erreichen behilft man sich häufig einem Partitionierungskonzept der OLAP-Würfel. Es werden Gesamtsichten (z.B. Region Welt, alle Unternehmensparten, Zeitraum Jahr) hoch aggregiert und zusätzlich detailliertere OLAP-Würfel für bestimmte Zielgruppen im Unternehmen (z.B. Unternehmenssparte, Monatsscheiben, Tagesauswertung, Kundensegmente, Produktgruppen) bereitgestellt. Um den Medienbruch zu verhindern bzw. zu verringern und manuelle Eingabefehler zu vermeiden, werden die OLAP-Würfel auf bestimmten Dimensionen und Hierarchien mittels Drill-Through verknüpft. Bei dieser Verknüpfung werden die Filter der selektierten Daten (Measures und Dimensionen) über Drill-Through an einen anderen OLAP-Würfel übergeben und im anderen OLAP-Würfel angezeigt. Hier hat man dann die Möglichkeit, in weitere Detaillierungen einzusteigen.

OLAP Drill-Through Verwendung & Funktionsweise

OLAP Drill-Through wird meistens dann verwendet, wenn man von aggegierten OLAP-Würfeln (z.B. OLAP-Würfel auf Jahresebene, OLAP-Würfel auf der Regionsebene Welt) in detaillierte OLAP-Würfel (z.B. OLAP-Würfel auf Monatsebene oder Tagesebene, OLAP-Würfel auf der Regionsebene Staat) springen möchte und die Selektion im detaillierten OLAP-Würfel nicht noch einmal händisch neu eingeben möchte. Ein sehr typischer Anwendungsfall ist auch von einem MOLAP-Würfel (multidimensionales OLAP) in eine relationale Datenbank zu springen. Dabei muss man die Detaildaten nicht noch einmal in einem OLAP-Tool aufbereiten, sondern geht direkt auf die Datenbank, nachdem man die Datenselektion im OLAP-Tool vorgenommen hat. Sehr wichtig ist hierbei, dass man eine Grundregel der Business Intelligence unbedingt einhält:

Keine Business Logik in den Präsentationstools (OLAP, Self-Service-BI, ...) implementieren.


Wird diese Regel nicht einghalten, sollte man von Drill-Through-Funktionalitäten unbedingt Abstand halten, da es mittelfristig unmöglich ist die Konsistenz der Business Logik in mehreren Präsentationstools parallel und gleichzeitig sicherzustellen.

Achtung: Drill-Through kann auch für nicht geübte Poweruser missbracht werden, wenn ein umfangreiches Drill-Through-Konzept von einem OLAP-Tool direkt auf die relationale Datenbank (Enterprise Datawarehouse) integriert wird. Mittels des OLAP-Tools kann der Anwender seine Selektionen zusammenbauen und dann auch auf der Datenbank indirekt über OLAP Drill Through absetzen. Wenn dies zu umfangreich von Powerusern genutzt wird, dann können Performance-Probleme auf der Datenbank auftreten, die dann wiederum Qualität, Zeit und Geld kosten.



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