Transaktionsorientierte Informationssysteme als Basis für Business Intelligence


Transaktionsorientierte DBS haben die Aufgabe Daten zu speichern, welche in den operativen Anwendungssystemen generiert bzw. abgefragt werden. Es liegt auch nahe, die Daten für Führungszwecke zu verwenden, da die Daten in den operativen DBS nur noch für die Führungszwecke lokalisiert, aufbereitet und analysiert werden müssen. Dieser Ansatz wurde auch in den letzten Jahrzehnten verfolgt, jedoch nur mit beschränktem Erfolg. Beim Lokalisieren der Daten in den OLTP treten folgende Probleme auf:

  • Integritätsprobleme der verteilten Daten
  • Fehlende Analyseeigenschaften der Daten
  • Fehlender Vergangenheitsbezug der Daten
  • Performanceprobleme der OLTP
  • Fehlende Datenkonsistenz

Integritätsprobleme können in den OLTP unterschiedlich auftreten. Sie können z.B. auf der konzeptionellen Ebene auftreten. Dies sind Probleme die auch bei der standardmäßigen Verwendung der OLTP existieren. Beispiele für solche Konflikte wären z.B. Detaillierungskonflikte, Abstraktionskonflikte, Bezeichnungskonflikte und Wertebereichskonflikte. Weiterhin treten Integritätsprobleme durch eine hohe heterogene Datenhaltung (unterschiedliche Platt­formen) auf, auch wenn in letzter Zeit die volle Integration aller Unternehmensdaten und Informationssysteme angestrebt wird.

Fehlende Analysefähigkeit der Daten ist ein weiteres Problem der OLTP. Diese fehlende Eigenschaft entsteht z.B. durch die unterschiedliche Aktualität der Daten, da einige Daten stündlich, andere wöchentlich oder gar monatlich aktualisiert werden. Die Daten müssen aufbereitet werden, bevor sie in Anwendungen für Analysezwecke Verwendung finden können.

Ein weiteres Problem bei der Verwendung der OLTP als Datenbasis für Führungsinstrumente, ist die Ressourcenbelastung der OLTP und damit zusammenhängend die niedrige Performance der Führungssysteme. Da z.B. beim Risikomanagement eine große Anzahl von Daten zur gleichen Zeit benötigt werden, wird das System sehr stark belastet. Die Folge ist eine sinkende Datenübertragungsrate aller beteiligten Systeme. Des weiteren kann es bei der verteilten Transaktionsverwaltung erhebliche Probleme geben, da in den operativen Datenbeständen regelmäßig geschrieben und gelesen wird. Deshalb müssen geeignete Sperrmechanismen implementiert sein.

Weiterhin speichern OLTP keine Vergangenheitsdaten, so daß eine Zeitanalyse von Risikodaten nicht möglich ist. Die Analyse der Entwicklungen über eine bestimmte Zeit (z.B. 5 Jahre) ist aber in einem gut funktionierenden Führungssystem unerläßlich.

Das fünfte Problem ist die Datenkonsistenz. Da in den OLTP nicht alle für Führungsprozesse benötigten Daten gespeichert werden, kann es vorkommen, daß bestimmte Datenbestandteile nicht vorhanden sind. Diese müssen zusätzlich extern und vor allem regelmäßig bezogen werden.



(Auszug aus der Diplomarbeit von Ralph Leipert: "Analytische Informationssysteme als Basis des Risikomanagement der Unternehmung")