Das EERM (Erweitertes Entity Relationship Modell)



Da bei der Modellierung operativer relationaler Datenmodelle das ERM nicht allen Anforde­rungen entsprach, wurde das ERM zur besseren Darstellung der Entities und ihrer Beziehun­gen um einige Funktionen erweitert. Dies führte zur Entwicklung des erweiterten ERM (EERM). So kann man bei dem EERM Vererbungensmechanismen, Klassen- und Subklas­senbildung, die aus der Objektorientierung bekannt sind, einbeziehen.

Abbildung 4-14 EERM

Im oben stehenden EERM werden Vererbungsmechanismen dargestellt, die es im ERM nicht gibt. Der Entity-Typ Fahrzeug kann in zwei Subklassen (PKW, LKW) unterteilt werden. Da­bei werden alle Attribute von Fahrzeug an die Subklassen weitervererbt. Die Subklassen ha­ben wiederum eigene spezifische Attribute. Gehören die Entitys jeweils nur einer Subklasse an, wie im Falle der Fahrzeuge, so nennt man sie disjunkt (disjoin). Können die Entities meh­reren Subklassen zugeordnet werden, so nennt man sie überlappend (overlapping). Der Entity-Typ Kunde kann auch in die zwei disjunkten Subklassen Privatkunde und Geschäftskunde unterteilt werden. Die Komplexitätsgrade (1:N, (min,max) oder (1, c, m)) wurden aus Über­sichtsgründen weggelassen.

Durch die Vererbungsmechanismen besitzt das EERM im Gegensatz zum ERM objektorien­tierte Ansätze, welche Chamoni neben Kapselung und Nachrichtenaustausch als Anforderung für zukünftige objektorientierte OLAP-Server sieht.106 Eine Erweiterung um eine multidimen­sionale Unterstützung der Modellierung könnte ein Weg zur Verbesserung der semantischen Datenmodellierung sein. Beispielsweise haben sich schon einige Autoren mit der Erweiterung des ERM um die Dimension Zeit auseinandergesetzt (z.B. TERM107, TEER108, ERT109).

(Auszug aus der Diplomarbeit von Ralph Leipert: "Analytische Informationssysteme als Basis des Risikomanagement der Unternehmung")

106 Vgl.: Chamoni, P. (1998b), S.247

107 Vgl.: Klopprogge, M.R. (1983), S.473-508

108 Vgl.: Elmasri, R./ Al-Assal, I. / Kouramajian, V.; (1990), S. 249-264

109 Vgl.: Knolmayer, G. / Myrach, T. (1996), S. 68; Loucopoulos, P. et al., (1991), S. 129-152;