BI Metadatenmanagement

Metadaten in der BI (Business Intelligence)


Metadatenmanagement fachliche Metadaten - Übersicht Business Intelligence

Abbildung: Metadatenmanagement Business Intelligence - Ein Überblick der Datenquellen [Folie als pdf-Dokument kostenlos downloaden]

Das Metadatenmanagement ist einer der größten Schlüssel-/Erfolgsfaktor in der BI (Business Intelligence). Der Hintergrund hierfür ist, dass die BI-Systeme keinen ursächlichen fachlichen Hintergrund haben. Während CRM-Systeme Funktionalitäten für die Prozessunterstützung von Kundenbeziehungen bereitstellt und Billing-Systeme Funktionalitäten für die preisliche Bewertung von Produkten und Dienstleistungen (inkl. der Rechnungsaufbereitung), stellen BI-Systeme nur Funktionalitäten für die Datenaufbereitung und Informationsgewinnung zur Verfügung. Welche Informationen aber gewonnen werden findet sich nicht in der Definition von "Business Intelligence" wieder.

Somit muss der fachliche Zweck bzw. die fachlichen Funktionalitäten der Business Intelligence generiert und nachhaltig dokumentiert werden. Um den Funktionalitäten in der BI (Business Intelligence) einen fachlichen Sinn zu geben bedient man sich den Metadaten.

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Eine BI (Business Intelligence) ohne fachliches Metadatenmanagement ist wie eine Kaufhausetage ohne jegliche Wegweiser und Beschriftung der Regale.

Ein jedes Unternehmen kann die Ausgestaltung der Business Intelligence selbst gestalten. Dies ist leider Fluch und Segen zugleich!

Kategorisierung von Metdaten in der BI (Business Intelligence)

Metadaten können in der BI (Business Intelligence) wie folgt kategorisiert werde.

  • Fachliche Metadaten:
    • Metadaten zum Verwendungszweck
    • Beschreibung insbesondere Definition der Kennzahlen
    • Beschreibung von Dimensionsdaten
    • Metadaten zu den Quelldaten hinsichtlich fachlicher Herkunft bzw. Entstehung in operativen Prozessen.
  • Technische Metadaten
    • technische Metadaten zu Datenobjekten aus dem Quellsystem (OLTP)
    • technische Metadaten zu Datenobjekten in den BI-Systemen (OLAP)
    • technische Metadaten zu Transformationsregeln von Datenobjekten aus den Quellsystem in Datenobjekte in den BI-Systemen.
  • Betriebliche Metadaten
    • Metadaten die zur Laufzeit während der Datenverarbeitung erfasst werden, z.B. Joblaufzeiten, Bereitstellungszeitpunkte, Performance-Messdaten, usw.
    • Metadaten zur erzielten Qualität, d.h. technische und fachliche Aktualität aber auch über die Vollständigkeit der Informationen inkl. bestimmter Fehlerbilder.

Die aktuelle Realität des fragmentierten Metadatenmanagement

Während die Fachlichen Metadaten von den Fachbereichen beigesteuert werden, werden die technischen und betrieblichen Daten von der IT bereitgestellt. Nur das Zusammenspiel und die Überleitbarkeit aller drei Metadatenklassen erlaubt eine effiziente und effektive Steuerung der BI (Business Intelligence). Leider sieht die Praxis so aus, dass

  • die fachlichen Metadaten entweder in den Köpfen der fachseitigen Mitarbeiter schlummern (Kopfmonopole) oder aber in Fragmenten der Dokumentationen des IT-Softwareentwicklungsprozesses niedergeschrieben werden.
  • die technischen Metadaten in den ETL-Tools entweder versauern oder erst gar nicht systematisch erfaßt werden
  • die betrieblichen Metadaten zwar erfaßt aber nur in der IT transparent gemacht werden.

Die Folge ist, dass immer nur Fragmente durch einzelne Kopfmonopole sowohl in der Fachseite als auch in der IT in logische gekapselten Inseln gemanaged werden. Dies führt zu hoher Komplexität bei denen, die zu keinem der Kopfmonopole gehören oder bei denen die einen ganzheitlichen BI-Governance-Ansatz verfolgen.

Ganzheitliches Metadatenmanagement

Ein ganzheitlicher Metadatenmanagement-Ansatz durch Zusammenführung der drei Metadatenklassen führt zu einem enormen Sprung bei der Effizienz und Effektivität der Business Intelligence. Dies wird durch die hohe Transparenz über die vorhanden Inhalte und deren Qualität erzielt, so dass sowohl eine effiziente Weiterentwicklung (insbesondere bei der Vermeidung von Doppelentwicklungen durch erkennen von Wiederverwendbarkeiten) als auch ein effizienter IT-Betrieb (insbesondere im Incidentmanagement) der BI-Landschaft möglich wird.

Auf Basis eines solchen ganzheitlichen Metadatenmanagement-Ansatzes ist es auch dann möglich eine Steuerung der BI-Applikationen (Verarbeitungsregeln) auf Basis von Metadaten zu implementieren. Dies führt zu einer weiteren Effizienz und Effektivität in der Steuerung der BI (Business Intelligence).