1 - Technische Referenzarchitektur BI

Data Warehouse Layer Architektur für die Geschäftssteuerung

Bei der technischen Referenzarchitektur gibt es nicht sehr viel zu schreiben. Dieses Thema wird nahezu in allen BI-Büchern gleichermaßen beschrieben. Die Hersteller von BI-Tools haben ihre Tools darauf ausgerichtet und es gibt kaum etwas hinzuzufügen. Der Vollständigkeit halber wird die grobe Referenzarchitektur hier noch einmal kurz beschrieben.

Das Data Warehouse Konzept basiert in der klassichen BI-Literatur auf einer 5-Schichten Architektur:

 
  1. Datenquellen
  2. Enterprise Warehouse (EWH) bzw. Zentrales Data Warehouse (ZDWH)
    - Staging Area
    - Integration Layer
    - Business Layer
  3. Analyseschicht bzw. Data Mart Schicht
  4. Präsentationsschicht

Die Bewirtschaftung der Daten von den Quellsystemen in das Data Warehouse und zwischen den Schichten im Data Warehouse erfolgt mit Hilfe von ETL-Tools (Extract Transform Load). Häufig wird dieses ETL auch als eigene DWH-Schicht dargestellt.

 
DWH Data Warehouse Schichtenarchitektur
     Abbildung: Schichtenarchitektur Data Warehouse
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Die Kritik an der Standardreferenzarchitektur besteht nur darin, dass sie eine reine technische Sicht darstellt und weder auf Fachlichkeit noch organisatorische Aspekte berücksichtigt. Die inhaltliche Ausgestaltung und die Governance/Steuerung der entstanden BI wird jedem Unternehmen selbst überlassen. Dies führt insbesondere in großen Unternehmen zu einem Wildwuchs von BI-Systemen, inkl. Ruinen von nicht mehr benötigten Daten / Funktionalitäten als auch zu Doppelimplementierungen.
- fachliche Sicht auf die BI
- technische Sicht auf die BI

Technische Referenzarchitektur für BPM (Business Prozessmanagement)

Die DWH-Referenzarchitektur funktioniert für die Anforderungen an das BPM nur bedingt. Da ein und derselbe Prozess hoffentlich nur an einer Stelle und nur einmal optimiert werden sollte, gibt es die Anforderung an die Wiederverwendbarkeit der Prozessdaten für mehrere Verwendungszwecke nicht. Aus diesem Grund wäre die Etablierung eines Enterprise Warehouse Ansatzes für BPM kontraproduktiv.  Die BPM-Solutions dürfen dementsprechend Quellsystem im Kontext individueller Prozessatrribute paraallel zum Enterprise Warehouse importieren. Daten die schon im Enterprise warehouse vorhanden sind, solltenh natürlich wiederverwendet werden und nicht doppelt aus den Quellsystemen importiert werden.