1. Transformationstreiber Self Service BI


Self Service BI verändert die Business Intelligence wie auch das Unternehmen sehr stark. Während man bisher für Anpassungen der Reports oder der Business Logik in der BI-Landschaft auf die IT angewiesen war, kann nun der Fachbereich viele Änderungen 'legal' selbst durchführen. In der nahen Vergangenheit gab es grob drei Alternativen in den Unternehmen notwendige Anpassungen in der Präsentationsebene umzusetzen:
  1. Standardisierte IT-Einheit: Die Fachbereiche mussten standardisierte umfangreiche Anforderungsdokumente für kleinste Anforderungen an den Reports ausfüllen.
  2. Agile IT-Einheit: Es gibt eine flexible IT-Mannschaft , die aber im Vergleich zu einer hoch standardisierten / automatisierten IT-Organisation ist und die Anpassungen durchführt.
  3. Schatten-IT: Die Fachbereiche unterhalten umfangreiche dezentrale Schatten-IT-Systemlandschaften und führen Anpassungen selbst durch.
Faktisch existieren in großen Unternehmen alle drei Formen der IT-Steuerung. Aus Kostengründen muss eine IT sich in Richtung Standardisiesrung, Automatiserung oder gar in Richtung Factory weiterentwickeln. Eine hohe Standardisierung und Automatisierung der IT fürhrt zwangsläufig zur Bereinigung des Service Portfolios. Individuelle, flexible Ad-Hoc-Anfragen können durch solche IT-Einheiten nicht mehr erfüllt werden. Eine Nichterfüllung dieser Bedarfe ist keine Lösung, also werden diese Services durch andere Einheiten (IT oder Fachbereich) erfüllt.Es entstehen somit an vielen Stellen Gallische Dörfer, die sich dem Standard und der automatisierten Fabrik nicht unterwerfen. Die Agilität in der IT wird dann über Schattenprozesse abgewickelt und unterliegt dann einer Gemeinkostenverrechnung. Bei einem konsequenten IT-Controlling kommen aber auch diese Gallier früher oder Später unter das Messer. Die einzige Lösung für das Unternehmen und die Fachbereiche war bisher die Schatten-IT mit all ihren Schattenseiten, wie z.B. keine Ausfallsicherheit, geringer Datenschutz, schlechte Berechtigungsverwaltung, geringe Transparenz über Entstehung der Daten, usw.. Self Service BI legalisiert diese dezentralen Prozesse, indem das IT-Service Portfolio um einige Services wie z.B.:
  • Service wie Platform as a Service (PaaS) und
  • Software as a Service (SaaS) erweitert wird.
Nicht alle Nachteile der Schatten-IT können hierdurch behoben werden aber sehr viele. Der Treiber für die Veränderungen in der IT liegen u.a. in der Innovation der BI-Tools die einige essentielle neue Features anbieteen, wie z.B.:
  • intuitive Bedienung.
  • Visualisierung von technsichen Strukturen.
  • einfache Installation
  • hohe Integrationsfähigkeit in die Desktop-Rechnerwelt
In der Tat sind die Treiber dieser Veränderungen in den Unternehmen die Tool-Hersteller aber auch die Technologie, wie z.B.
  1. Prozessorgeschwindigkeit: Schnellere Berechnungen auf Desktoprechnern und auf Datenbank-Servern
  2. Bandbreite: Hoher Datendurchsatz, so dass große Datenmengen von Ort A nach Ort B transportiert werden können.
  3. Speicherkapazität: Große Speichermengen auf Desktop-Rechnern oder Cloud-Lösungen ermöglichen alternative Datenhaltung zur serverseitigen Datenhaltung.

Fazit: Die Unternehmens-IT kann die technologischen Fortschritte weder verhindern noch verbieten und muss zum Überleben einen Wandel seiner selbst durchführen. Proaktiver Treiber dieser Veränderung zu sein ist besser als Opfer der Ergebnisse eines solchen Wandels. Die Transformation durch Self Service BI betrifft nicht nur die IT sondern auch den Fachbereich. Die folgenden Veränderungen / Transformationen gehen u.a. mit Self-Service BI einher:

  1. Aufgaben und Skills verändern sich beim Fachbereich: Der Beruf des Data Scientist ist im entstehen und wird einer der wichtigesten Schlüssel-Positionen im Unternehmen einnehmen.
  2. (Meta-)Datenmanagement: Eine Dezentralisierung der Business Funktionen durch Self Serviec BI erzwingt eine weitere stärke Governance für das Datenmanagement bzw. Metadatenmanagement als Bindeglied zwischen hochflexiblen dezentralen Fachbereichsstrukturen und stark zentralisierter und hochautomatisierter / standardisierter IT.
  3. Service Portfolio IT mit Self-Service-BI: Die IT muss das Service Portfolio mit Services wie SaaS (Software as a Service) und PaaS (Platform as a Service) erweitern und damit die Self-Service-BI aktiv forcieren.
Diese vielseitige Transformation müssen Unternehmen aktiv und nicht reaktiv angehen.