Business Intelligence - Abgrenzung


Business Intelligence ist gemäß Definition ein sehr weitreichender aber auch kaum fassbarer Begriff. Mit Grundkenntnissen in den Bereichen Unternehmensführung / Unternehmenssteuerung, Controlling, Data Warehouse und Analyticskann der Begriff Business Intelligence grob beschrieben werden. Für die Unternehmensführung bzw. Unternehmenssteuerung existieren mehrere essentielle Treiber, die im folgenden aufgeführt werden:
  • Enterprise Intelligence: Kennzahlen (Finanzkennzahlen) auf Unternehmenssebene
  • Business Process Intelligence: interne Geschäftsprozesse inkl. der an den Prozessen beteiligten Organisationen (Personal)
  • Informationstechnologie Intelligence: Informationstechnologie als Unterstützung für die Prozess-Durchführung
  • Market Intelligence: (externer) Markt, z.B. Branche, Mitbewerber, Kunden (Käufer, Interessenten)


Eine Business Intelligence muss geeignete Mechanismen, Systeme, Tools, Methoden, Technologien usw. zur Verfügung stellen, damit ein Unternehmen eine effektive und effiziente Unternehmensführung etablieren kann. Insbesondere wird auch eine Management Intelligence benötigt um die gesamte Steuerungsinformationen dem Management bedarfsgerecht aufzubereiten bzw. visualisieren. Die gesamten Business Intelligence - Funktionen (Intelligence) müssen übergreifend gemanaged werden. Hierfür wird eine Governance Intelligence benötigt.
Business Intelligence - Definition Funktionen Inhalte
   Abbildung: Kernbereiche einer Business Intelligence

Für die hier aufgezeigten Funktionsblöcke der Business Intelligence gibt es schon viele sehr spezialisierte Lösungen, Methoden, Technologien usw. die den Funktionen der Business Intelligence zugeordnet werden können:

  • BPM - Business Process Management: Business Process Management ist eine Teilmenge der Business Intelligence. Beispiele sind: Revenue Assurance, Kampagnenmanagement, Risikomanagement (Forderungsausfallrisiko-Management, Bonitätsmanagement, ..), Supply Chain Management (SCM), ...
    Bei dieser Methode / Technologie wird eine Business Process Intelligence (Geschäftsprozess-Intelligence) benötigt, die u.a. das folgende beinhaltet:
    • Abbildung von Geschäftsprozessen (Dokumentation, Visualisierung)
    • Messen der Effizienz und Effektivität von Prozessen bzw. Prozessschritten (Meßpunktabbildung)
    • Monitoring-Logik: Nicht nur der der gesamte Prozess muss messbar sein, sondern auch der Erfolg von Maßnahmen zur Verbesserung von Prozessen.
    • Flexibilität auf Prozessveränderungen zu reagieren (Meßpunkt-Lifecycle-Management)

  • Big Data: Big Data beinhaltet die drei V (high-volume, high-velocity and high-variety). Hierfür werden Methoden / Technologien bereitgestellt, die diese Anforderungen erfüllen. Big Data beinhaltet hauptsächlich Informationstechnologie Intelligence mit der man unstrukturierte Daten, meistens aus externen Quellen (Market Intelligence) sehr schnell verarbeiten kann. Folgende Intelligence-Bestandteile beinhaltet Big Data u.a.:
    • In-Memory Technologie: Schnelle Verarbeitung von Daten in einem Hauptspeicher-System. Da nicht nur CPU, Festplattenspeichersysteme und Datenübetragungsraten immer günstiger werden, sondern auch Hauptspeicher, kann sich der Einsatz ab einem Zeitpunkt x durchaus lohnen, so dass diese schon lang existierende Technologie effizient eingesetzt werden kann.
    • NoSQL Datenbank-Technologie: NoSQL-Datenbanken (d.h. Nicht-Releationale Datenbanken) sind schon seit längerem im Einsatz. Mit der Kombination große Mengen an unstrukturierten Daten zu verarbeiten, kann diese Informationstechnologie Intelligence gegebenenfalls zukünftig in größerem Maß im Business Intelligence Umfeld eingesetzt werden.
    • Transformation unstruktierter Daten in strukturierte Daten: Unstrukturierte Daten wie Videos, Bilder, Emails, menschliche Gesten, usw. in strukturierte Daten zu übersetzen ist ein großer Wunsch vieler Firmen. Solche Mechanismen werden von Big Data - Anbietern angeboten. Inwieweit dies in ansprechender fachlicher Qualität (Nutzen, ROI) gelingt, muss noch bewiesen werden.

  • MIS - Management Informationssystem: Management Informationssysteme besitzen die Intelligence Daten für die Unternehmensführung aufzubereiten / Visualisieren. Nicht nur die Informationstechnologie Intelligence ein Dashboard mit visuellen Elementen bereitzustellen, sondern Informationen aus unterschiedlichen Quellen im Zusammenhang der Unternehmenssteuerung darzustellen bedeutet große Herausfolderungen an die Enterprise Intelligence. Könnten Sie als Manager / Unternehmenslenker aus den folgenden Beispiel-Zahlen Entscheidungen ableiten? Die Intelligence diese verschiedenen Kennzahlen in einen Gesamtzusammenhang zu bringen ist die Enterprise Intelligence. Die Visualisierung des Ergebnisses ist die Management Intelligence.
    • Business Process Intelligence:
      • Kosten bei Supply Chain um 5% gesunken,
      • Revenue Lost 1% gestiegen
      • Einkauf: Tagessatz bei IT-Spezialisten um 10% gesenkt
    • Market Intelligence:
      • Kundenzufriedenheit um 1% gestiegen,
      • Financekosten im Benchmark zur Peergroup um 1% gesunken
      • Marktwachstum liegt bei 2%
    • Informationstechnologie Intelligence
      • IT Spend um 1% gesunken
      • neue Big Data Technologie eingeführt
      • Anzahl an IT Lieferanten von 50 auf 30 gesunken
    • Enterprise Intelligence:
      • OPEX um 1% gestiegen
      • EBITA um 2 % gestiegen
      • Umsatz um 12% gestiegen

  • BICC - Busines Intelligence Competence Center: Das Business Intelligence Competence Center steuert die gesamte Business Intelligence. Die effiziente Steuerung der genannten Funktionsblöcke ist die Kernaufgabe des BICC, die Governance Intelligence. Je Funktionsblock gehören die folgende beispielhaften Aufgaben zu dem BI Competence Center:
    • Steuerung der Informationstechnologie Intelligence
      • Steuerung eines effizienten funktionalen BI-Tool-Mix: Enterprise Warehouse, ETL, Planungstool, Analyse-Tool (Analytics), Data Mining, ...
      • Steuerung der eingesetzten Technologien: Relationale Datenbank, Objektorientierte Datenbank, Multidimensionale Datenbank, NoSQL Datenbank, OLAP, ROLAP, MOLAP, HOLAP, DOLAP, relationales ETL, dateiorientiertes ETL, ...
      • Steuerung des Hersteller-Mix: Suite-Strategie SAP, Microsoft, IBM, ... vs. Best of Breath
    • Steuerung  der Business Process Intelligence
      • Management des Portfolios der zu steuernden Prozesse
      • Sicherstellung, dass Prozessabhängigkeiten gemanaged werden. 
      • BPM-Lifecycle-Management: optimierte Prozesse benötigen eine kleinere Lösung, als nicht-optimierte Lösungen.
    • Steuerung der Enterprise Intelligence
      • Sicherstellung der Vollständigkeit und Korrektheit der Inhalte der Unternehmenssteuerungslogik
      • Portfoliomanagement (Informationsnachfrage & Informationsangebot) aller Steuerungstools
      • Management von Abhängigkeiten unterschiedlicher Steuerungstools (Planung & Forecast, Deckungsbeitrag, Bilanz, ...)
    • Steuerung der Market Intelligence
      • Steuerung der verschiedenen Marktdatenquellen (Benchmark, Social Media, ...)
      • Sicherstellung der zentralen Bereitstellung der Marktdaten im Unternehmen.
    • Steuerung der Management Intelligence
      • Sicherstellung der bedarfsgerechten Informationsbereitstellung für die Unternehmensführung
      • Sicherstellung der empfängerorientierten Visualisierung der notwendigen Informationen
Das BICC muss das Zusammenspiel aller Funktionsblöcke steuern. Keine andere Unternehmensfunktion hat das Mandat die Business Intelligence auf den Ebenen Fachlichkeit, Technologie und Organisation/Prozesse integriert zu steuern.